Von Nóra Bátfalvi
Bei der letzten Verleihung des Deutschen Filmpreises (Lola) am 8. April 2011 wurde Ralf Huettners Tragikomödie Vincent will Meer als bester Film ausgezeichnet. Der Film sucht eine Antwort auf die Frage, wie man trotz einer Krankheit glücklich sein kann. In dem Film dominieren humorvolle Elemente, obwohl das Thema sehr ernst ist.
Vincent will Meer ist ein deutscher Spielfilm von Regisseur Ralf Huettner aus dem Jahr 2011. Das Drehbuch des Films stammt von Florian David Fitz, der auch die männliche Hauptrolle spielt.
Ralf Huettner ist ein deutscher Filmregisseur. Sein erster Kinofilm war im Jahr 1987 Das Mädchen mit den Feuerzeugen. Bekannt wurde er durch Komödien wie Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem, Voll normaaal oder Die Musterknaben. Nach der Komödie Putzfrau Under Cover und dem Abenteuerfilm Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen legt Huettner 2010 eine weitere Spielfilm vor: Vincent will Meer.
Florian David Fitz ist nicht nur ein deutscher Schauspieler, sondern auch Drehbuchautor und Sänger. Seit 2007 spielt er eine Hauptrolle in der Fernsehserie Doctor’s Diary. Im Oktober 2009 war er im Film Männerherzen neben Til Schweiger und Christian Ulmen auf der Kinoleinwand zu sehen. In Vincent will Meer, bei dem er auch für das Drehbuch verantwortlich war, spielt er die Hauptfigur.
Der Film handelt von einem jungen, 27 Jahre alten Mann, der unter dem Tourette-Syndrom leidet. Der Film beginnt mit dem Tod seiner Mutters. Obwohl er an das Meer fahren möchte – um den letzten Wunsch seiner Mutter, deren Asche er in einer Bonbondose dabei hat, zu erfüllen – liefert sein Vater ihn in eine Fachklinik, wo er mit zwei andere Patienten kennen lernt: die magersüchtige Marie und den zwangsneurotischen Alexander. Sie drei fahren mit einem Auto (Auto von Frau Dr. Rose) nach Italien.
Das Auto und die Fahrt geben dem Film eine charakteristische Form. Diese Fahrt symbolisiert die Entwicklung der Persönlichkeit der Figuren (Vincent, Alex und auch des Vaters). In diesem Road-Movie erscheint neben diesem Hauptthema auch der klassische Vater-Sohn-Konflikt. Der Vater von Vincent ist ein ständig beschäftigter Politiker, der mit der Krankheit seines Sohnes nichts anfangen kann. Zuerst behandelt der Vater seinen Sohn lieblos, aber während der Zeit entwickelt er neue Gefühle für ihn. Es wirkt wie ein Klischee, dass sich seine Gefühle und Gedanken über die Krankheit plötzlich verändern.
Der Film möchte nicht in erster Linie die Krankheit behandeln, deshalb kommen keine schwierigen und komplizierten Fachbegriffe vor. Er möchte lieber die Annahme einer Krankheit, mit der nicht nur Vincent sondern auch sein Vater Probleme haben, thematisieren.
Fitz spielt den Tourette-Kranken eindrucksvoll, und die Rolle wirkt nicht übertrieben. Das leichte Spiel, die Strömung des Geschehens und die Charakter helfen die Balance zwischen Komödie und Tragödie zu finden. Der Stil des Filmes ist mühelos, die Sprache ist leicht verständlich. Es gibt viele witzige Szenen vor allem wegen der Verfolger, die immer in eine komische Lage geraten.
Obwohl am Ende Marie ins Krankenhaus kommt, ist der Schluss positiv. Vincent und Alex fahren allein nach Triest zurück. Sie konnten ihre Krankheiten und die daraus resultierenden Schwierigkeiten besiegen. Der Film möchte Menschen in schwierigen Situationen ein Beispiel geben.