Die Piefke-Saga II: An der Universität.

von Deniel Fallenbüchel

Ein Kommentar zu „Liebe deutsche Studenten, ihr nervt!“
http://www.zeit.de/campus/2011/06/studieren-meinung

So könnte der zweite Teil der wohlbekannten Piefke-Saga heißen, die uns, zwar mit viel Humor, mit dem uralten Konflikt zwischen den beiden „Erzfeinden“, den Össis und den Piefkes vertraut macht. Allzu wohl kennen wir die verschiedenen Klischees: Die arroganten und humorlosen Deutschen, die nur Bier saufen und Lärm machen können und die weniger fleißigen Österreicher, die Kuhglocken an der Tür statt Klingeln haben. Die meisten von uns, vor allem hier in Ungarn, allerdings, bekommen recht wenig davon mit. Natürlich haben wir Ungarn auch unsere Meinungsverschiedenheiten mit den Österreichern. Ein Artikel in der 6. Edition (November/Dezember) des Studentenmagazins ZEIT Campus hat mich allerdings auf eine sehr interessante Sache aufmerksam gemacht, von der ich euch gerne mitteilen möchte. Man würde denken, dass diese Konflikte die Sache von den alten Knackern sind, dass sich Jugendliche darüber nur lustig machen und diese gar nicht ernst nehmen würden. Von wegen. In Österreich ist letztlich ein neues Problem aufgetaucht: Deutsche Studenten an österreichischen Unis. Da es an den Universitäten in Österreich keine Studiengebühren und keinen Numerus clausus gibt, retten sich immer mehr Deutsche Studenten ins „Bildungsasyl“ nach Österreich. Wie der Autor des Artikels, Felix Kozubek aus Österreich sagt: „Wenn ich fünf Minuten vor Beginn der Vorlesung in meinen Hörsaal in Innsbruck laufe, schaue ich auf ein Meer aus Büchern, Schals, Taschenrechnern und Collegeblöcken – mit denen ihr vor der Veranstaltung eure Plätze reserviert! Da fühle ich mich gleich wie im letzten Mallorca-Urlaub, da war auch keine Liege vor euren Handtüchern sicher. Ich als Einheimischer soll dann auf dem Boden sitzen, obwohl meine Familie mit ihren Steuern hier das Bildungssystem finanziert.“ Dies scheint ein immer größer werdendes Problem zu sein, in den vergangenen zwei Jahren hat sich die Anzahl der deutschen Studenten an österreichischen Unis fast verdoppelt. Wieso ist dies so schlimm? Die österreichischen Studenten haben oft keine Plätze in den Hörsälen, anstatt des österreichischen Dialektes wird von ihnen gefordert, Hochdeutsch zu sprechen, damit die Deutschen alles verstehen können. In einigen Fällen werden Deutsche sogar bevorzugt. Aber auch außerhalb der Uni gibt es Konflikte: Deutsche Studenten überrennen die Bars und geben mit ihrem Geld und Reichtum an. Auch der überteuerte Wohnungsmarkt leidet enorm an dem Ansturm der unwillkommenen Gäste. Fazit: Obwohl ich selbst Deutscher bin, kann ich die Österreicher im ganzen Maße nachvollziehen. Ich würde mich auch enorm ärgern, wenn ich wegen Ausländern neben dem Mülleimer auf dem Boden sitzen und nicht meine Muttersprache, sonder einen für mich entfremdeten Dialekt benutzen müsste. Ich meine, wir Ungarn regen uns auch über gewisse Nachbarn auf, die andauernd zu uns kommen um einzukaufen, die Einkaufzentren zu füllen, ins Kino zu gehen und all unsere Parkplätze zu besetzen. Meine Nachricht an die Österreicher: Aushalten!