Ein internationales Camp für Jugendliche

Meine Erinnerungen von Bad Isch
von Éva Bella

Eine Woche, ca. 60 Jugendliche, ein kleines Musical. Das internationale Jugendcamp (Ferienmariapoli) wird jedes Jahr im Sommer organisiert. Es ist ein christliches, von der EU veranstaltetes Lager, dessen Ziel die Verstärkung der internationalen Beziehungen ist. 2007 bekam ich eine Möglichkeit, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Wir fuhren an einem Samstag aus Ödenburg (Sopron) durch Wien zu einer kleinen Stadt, die neben Salzburg liegt. Bad Ischl ist ein sehr netter, gemütlicher Ort, Kaiserstadt. Dort gibt es viele Sehenswürdigkeiten (Museen, Lehár-Villa) und Veranstaltungen. Das obligatorische Programm war in einem Schulgebäude, unsere Unterkunft in einem Jugendheim. Die Entfernung zwischen den zwei Orten war ca. 20 Minuten zu Fuß, durch das Stadtzentrum und ein Waldgebiet. (Die Jungen schiefen in Zimmern, die Mädchen im Gegensatz dazu in der Turnhalle.) Die Teilnehmer stammten aus drei Ländern: Österreich, Tschechien und Ungarn.

Am Ende der Woche sollten wir ein kleines Musical über das Leben von Martin Luther King aufführen. Am ersten Abend wurden wir deswegen in drei Gruppen geteilt, entsprechend den Rollen. Die Hauptrolle, also die Rolle der Schauspieler bekamen natürlich die Österreicher, weil auf Deutsch gesprochen werden sollte. Eine Gruppe malte den Hintergrund, die Kulisse auf Leinen auf. Ich kam in den Chor.

Die ganze Woche über hatten wir ein festes Programm. Jeden Tag hatten wir (am Vormittag oder am Nachmittag oder zu beiden Zeiten) Vorbereitungen mit unserer Gruppe. Außerdem fuhren wir mit Bussen in die umliegenden Ortschaften oder ins Freibad. An einem Tag besuchten wir Salzburg, wo es soziale und kulturelle Programmpunkte gab. Einige besuchten ältere Menschen im Altenheim, einige Gehbehinderte. Ich und andere Teilnehmer gingen zu Flüchtlingen. Nach diesem Besuch sahen wir uns die Burg an.
Jeden Abend unterhielten wir uns über verschiedene Themen. Ein Lagerfeuer konnten wir leider aufgrund des Wetters nicht anmachen.
An der Spitze der drei Gruppen standen italienische „Meister”, die nicht Deutsch sprechen konnten, deswegen gab Dolmetscher. Die Meister waren lebenslustige Menschen, wie man sich Italiener vorstellt. Meine komische aber witzige Erfahrung in Bezug auf Italiener war, dass sie alles mit Ketchup essen. Einer aß neben mir einmal Ketchup mit Brot.

Von Bad Ischl bekam ich viele Eindrücke. Vor allem erfuhr ich, wie nett und freundlich sind die Menschen in Österreich sind. Nicht nur im Camp (wo natürlich auch die Tschechen und Italiener freundlich waren), sondern überall: im Geschäft, auf der Post lächelten die Menschen. In Ungarn kann man das weniger beobachten. Die Klischees wurden wirklich: alles funktionieren, die Tage waren geplant, von Minute zu Minute. Natürlich verhielten wir Ungarn uns wie in Ungarn. Wir verspäteten uns immer.

Unsere Produktion gelang sehr gut. Nach der Vorstellung machten wir einen Abschiedsabend, bei dem jeder ein Blatt bekam und auf die Blätter der anderen etwas Persönliches schreiben konnte.

Dieser Urlaub war für mich ein schönes Erlebnis. Man konnte dort die Sprache üben, die anderen kennen lernen, Freundschaften schließen und in einem sehr schönen Gebiet, im österreichischen Gebirge Zeit verbringen.

Das Camp wird jedes Jahr organisiert. Weitere Informationen findet man unter:
http://www.jugend-geeintewelt.at/cms/