"Endlich! Leben und überleben"

von Klára Riba

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Anfang August 2010 waren wir, Anita und ich, in Salzburg, und nahmen an den Salzburger Hochschulwochen teil. Ich persönlich war davor noch nie in Salzburg, also alles war neu und interessant. Die 7 Tage Urlaub waren nicht nur eine schöne Stadtbesichtigung oder Shoppingrundfahrt, es gab auch seriöse wissenschaftliche Programme und natürlich war diese Situation auch für ein bisschen Sprachübung gut geeignet.

„Wissenschaft in Bewegung“

Also zuerst über die Hochschulwochen selbst. Dieses Programm findet jedes Jahr zum selben Zeitpunkt Anfang August in Salzburg an der Theologischen Fakultät der Salzburger Hochschule statt. Seit 1949 hat die Veranstaltung ein zusammenfassendes Generalthema. Es heißt, jedes Jahr wird ein anderes Thema gewählt, das als eine Art Leitfaden der Vorlesungen und Seminare gilt. 2010 wurde das Thema „Endlichkeit“ aufgegriffen.

Die verschiedenen Programme sind an 7 Tagen, von Montag bis Sonntag, verteilt. Jeden Tag gibt es morgens eine Messe im Dom, damit beginnt eigentlich das Tagesprogramm. Am Vormittag gibt es generell 2 Vorlesungen, dann Mittagspause und am Nachmittag gibt es viele verschiedene Veranstaltungen: Workshops und mindestens 3 Seminare. In den Pausen und nachmittags gibt es verschiedene andere Programme, die einen Besuch wert sind: Stadtführungen, Domführung, CulturCafé für Studierende, internationales StundentInnentreffen etc. Es gibt verschiedene festliche Anlässe, zu denen man eingeladen wird: zu dieser Hochschulwoche gehören auch die Verleihung des Theologischen Preises, und des Publikumpreises. Eine interessante Tatsache, die einen stören oder verwirren kann: Kolloquium bedeutet hier keinerlei Prüfungen, sondern eine Sprechrunde oder Diskussion nach den Seminaren. Allerdings gibt es kein „obligatorisches“ Programm.

„Endlich! Leben und überleben“

Also unser Leben, und eigentlich alles auf dieser Welt ist endlich. Wir sind vergänglich, und dessen bewusst sollten wir unser Leben führen. Wie können wir aber mit diesem Wissen überhaupt oder sogar harmonisch leben? Welche Alternativen und Möglichkeiten haben wir? Welche Rolle spielen Wissenschaft, Theologie, Philosophie und Religion dabei? Diese Fragen wurden gestellt, und die Professoren versuchten, in ihren Vorlesungen und Seminaren darauf eine Antwort zu geben. Es kling sehr abstrakt und vielleicht langweilig, es gab aber auch Fachleute, die praktische Themen präsentierten. In jeder Vorlesung wurde derselbe Gedanke aus einem anderen Gesichtspunkt betrachtet. Es gab ökologische, ökonomische, biologische, ethische, philosophische, theologische und soziale Themenfelder. Ein jeder konnte also etwas Interessantes finden.
Und wenn jemand keine Lust dazu hat, den ganzen Tag in einem Hörsaal mit Vorlesungen und Seminaren zu verbringen, stehen einem die schönen Gassen, Denkmäler, Boutiquen und andere Sehenswürdigkeiten immer offen.

(K)eine Sache des Geldes

Nat ürlich, wie alles in dieser Welt, kostet die Salzburger Hochschulwoche Geld. Mit einer Studentenhörerkarte hat man viele Ermäßigungen und für einen niedrigen Preis kann man nicht nur an allen Programmen teilnehmen, sondern erhält auch Unterkunft mit Vollpension. So eine Hörerkarte kostet 100 € und ist also ziemlich günstig. Was man eher teuer empfinden kann ist die Hin- und Rückfahrt. Mit der Bahn ist es schon teuer, und die ungarischen Studenten- oder Schülerermäßigung ist im Ausland nicht gültig. Man muss also den ganzen Preis zahlen. Es gibt allerdings verschiedene Ermäßigungen, über die man aber kaum informiert wird. Wenn man günstig mit dem Bahn fahren will, muss man selbst nach Möglichkeiten suchen.

Außerdem gibt es solche Kosten die man schon im Voraus einkalkulieren muss, wie den öffentlichen Verkehr. Es lohnt sich, für die städtischen öffentlichen Verkehrsmittel eine Wochenkarte zu kaufen, - 12 €. Außerdem muss man auch an den Hunger denken. „(…) Gib uns heute unser täglich Brot (…)“ – also so etwas geht nicht. Man erhält ja meistens gutes Essen in der Mensa, aber es gibt Tage, an denen es irgendwie nicht schmeckt, und man sucht nach etwas Besserem. Natürlich ist das Rahmenprogramm mit Hörerkarte kostenlos, aber verschiedene fakultative Programme, wie Stadtführung etwa, sind nicht umsonst. Im Allgemeinen kosten sie zwischen 6-12 €. Ich könnte noch einiges mehr aufzählen…

International?!

Letztes Jahr bedeutete die Internationalität leider nur, dass außer uns beiden alle anderen deutschsprachig und von verschiedenen deutschen Ländern waren. Hauptsächlich aber aus Süddeutschland und Österreich. Was auch noch erstaunlich war, dass es so wenige judengliche und so viele Theologen gab. Nur etwa 30% Prozent der Besucher waren Studenten oder junge Erwachsene. Und unter den Studenten und Studentinnen waren fast nur wir die einzigen, die nicht Theologie studierten. Als wir uns den anderen vorstellten staunte jeder, was wir eigentlich hier machen, und überhaupt wie wir hierzu gekommen sind. Dieses Jahr wird sich der Begriff der Internationalität hoffentlich ändern.

„Sicher, unsicher“: Mitmachen?!

Dieses Jahr wird das Generalthema „die Sicherheit“ sein. Auf der Homepage der Hochschulwochen (http://www.salzburger-hochschulwochen.at/home.html) ist das Programm zu lesen. Außerdem geschieht auch die Anmeldung per Internet auf dieser Seite. Es gibt auch jetzt interessant Themen, wie Gesellschaftswandlung, Verschuldung, Kunsterlebnis, Psychologie, Kirche und Religion, Wirtschaft und Ethik, Kommunikation usw.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass es sich lohnt, nach Salzburg zu fahren, die Stadt zu besichtigen, sich interessante Vorlesungen anzuhören, und dabei noch die Sprachkenntnisse zu erweitern. Hoffentlich ist es mir gelungen, Interesse zu wecken und Lust zur Teilnahme zu wecken. Viel Spaß!