Mein Sommererlebnis – Sommerschule in Graz

von Enikő Kovács

In diesem Sommer nahm ich in Graz an einem Sommerkurs teil.   Das war sprachlich für mich sehr nützlich, und natürlich erfuhr ich viel Neues.

Als Teil der Karl Franzens Universität Graz bot das sogenannte „treffpunkt sprachen“ Zentrum drei Fächer an: Sprache, Kultur, und Literatur. Diese Stunden waren für mich sehr intensiv und ebenso interessant.

Im Rahmen des Sprachkurses hatten wir die Möglichkeit, gleichzeitig in zwei Niveaus (also Mittelstufe B2 und Oberstufe C1) Aufgaben für die Sprachprüfung zu üben.

Die österreichische Landes- und Kulturkunde war sehr vielfältig. Wir sprachen über die Geschichte, die Geographie von Österreich, lernten nicht nur die Bräuche der örtlichen Leute, die Traditionen, sondern auch die Volkkunst, und Dialekte (die Unterschiede zwischen dem „Österreichischen“ und dem Hochdeutsch) kennen. Die nationale Tracht (z. B. die Lederhose) war ein typisches Thema. Natürlich ging es sowohl um die Volksgruppen, als auch um die weltberühmten, österreichischen Künstler und Künstlerinnen.

Über die österreichische Literatur wusste ich bis dahin kaum etwas. Deshalb freute ich mich sehr über die „Österreichische Literatur nach 1945“-Stunden. Dieses Fach gab einen schönen Überblick über die zeitgenössischen Schriftsteller, wie zum Beispiel Elfriede Jelinek, Ingeborg Bachmann, Erich Fried oder Ernst Jandl. Wir bekam ein spezielles Thema: wir beschäftigten uns mit den menschlichen Beziehungen in Gedichten und in Prosatexten.

Die Stunden waren wirklich anspruchsvoll, überwältigend, und aufregend. Die Stimmung war sehr lustig, und gemütlich und die kreativen, nützlichen Aufgaben gefielen mir besonders. Wir schrieben auch Tests und am Ende des Kurses legten wir Prüfungen ab. Danach bekamen wir Zeugnisse.

Meine Mitstudenten kamen aus verschiedenen Ländern, somit war Deutsch die einzige gemeinsame Sprache. Deshalb mussten wir den ganzen Tag lang Deutsch sprechen, und ich profitierte viel davon. Ich denke, dass ich mich sprachlich entwickelte. Ich habe keine Hemmungen mehr Deutsch zu sprechen. Ich meine auch, dass ich durch den Sommerkurs ein bisschen selbstständiger wurde, weil wir in einem Studentenwohnheim wohnten, und für uns selbst sorgen mussten, eine Erfahrung, die ich bis jetzt noch nicht gemacht hatte.

Neben dem Lernen konnten wir auch an sehr interessanten Programmen teilnehmen, wie zum Beispiel an einem Empfang im Rathaus, einer gemeinsamen Exkursion nach Wien, einer Führung durch das ORF-Landesstudio (Österreichischer Rundfunk) oder an einem literarischen Abend und kreativen Schreibwerkstätten. In Graz besichtigten wir mehrmals die wunderbaren Sehenswürdigkeiten (zum Beispiel den Uhrturm am Schlossberg), lernten die schöne Stadt kennen und machten wir immer etwas Lustiges.

Die Lehrer waren sehr nett, hilfsbereit und natürlich sehr professionell. Während diesen Wochen wurden wir zu einer zusammenhaltenden Gemeinschaft, während der Abschlussfeier brachen wir fast in Tränen aus, als wir von einander Abschied nehmen mussten…

Insgesamt war dieser Kurs ein sehr wunderbares, unvergessliches Erlebnis! Alles war perfekt organisiert und war in jeder Hinsicht anspruchsvoll und von großem Nutzen! Ich bin froh, dass ich Angelegenheit hatte, an dieser Sommeruni teilzunehmen.

Ich empfehle dieses Programm all jenen, die drei schöne Wochen in Graz verbringen und nebenbei ihre Sprachkenntnisse verbessern möchten!