Studenten auf den Straßen, bayerische Stimmung, Altmühl, eine Menge von katholischen Kirchen, ein wunderschöner Dom, bunte Häuser, enge Gassen. Das alles charakterisiert Eichstätt auf dem ersten Blick, die Kleinstadt mit 13 000 Einwohnern, wo sich die einzige katholische Universität Deutschlands befindet. Hier wohne ich schon seit Oktober 2009 und studiere Germanistik als Erasmus-Studentin. Eichstätt ist etwas Besonderes: Die Stadt gilt als die Hochburg des Studiums und des Katholizismus. Das habe ich schon nach einigen Wochen erfahren.
Eichstätt ist eine urkatholische Stadt und seit langem eine Bischofsstadt, deren wichtiges Kennzeichen der Dom ist. Die Bayern sind bekannt für ihre tiefe katholische Religion, so habe ich auch erfahren, dass der Dom sonntags meistens voll ist.
Bemerkenswert ist es, wie die Religion das alltägliche Leben der Einwohner beeinflusst. In den meisten Geschäften sieht man ein Kreuz an der Wand, und alle Geschäfte sind sonntags geschlossen.
Wie sieht das Leben an der Universität aus? Hier muss man auch viel lernen und Klausuren schreiben, das ist nicht anders, aber anfangs musste ich mich z. B. daran gewöhnen, dass die Noten hier umgekehrt sind und dass es hier keine „Jenő Kneipe“ gibt, sondern die Theke und ein Irish Pub.
Mir hat es auch ziemlich lange gedauert, bis ich mich in dem neuen Universitätssystem auskennen konnte; aber die Studenten, die für die Ausländer zuständig sind, haben mir sehr viel geholfen. Die DozentInnen sind sehr nett und hilfsbereit. Da die Universität ziemlich klein ist, haben die DozentInnen und die StudentInnen oft einen sehr persönlichen Kontakt miteinander.
In der Freizeit langweilt sich man hier gar nicht. Ich habe schon in den ersten Wochen mit vielen ausländischen Studenten aus der ganzen Welt Kontakte geknüpft.
Der Arbeitskreis International, der für die Betreuung ausländischer Studenten verantwortlich ist, hat uns mehrere Exkursionen organisiert. So konnten wir die schönsten Orte Bayerns entdecken. Wir waren z. B. in Regensburg, Rothenburg, Neuschwanstein, Garmisch-Partenkirchen. Alle Kenntnisse, die ich an den Landeskundeseminaren erworben habe, wurden in diesen Monaten lebendig. Da die Universität katholisch ist, gibt es in der Nähe der Uni eine katholische Hochschulgemeinde, die den Studenten weitere Programme anbietet. Jede Woche finden dort Gottesdienste und andere Veranstaltungen, z. B. Podiumsdiskussionen, Filmabende, Partys usw. statt.
Wenn man im Herzen Bayerns lebt, gehören die echte Bratwurst und deutsches Bier auf jeden Fall zum alltäglichen Leben. So wurde schon die Bratwurst eine von meinen Lieblingsspeisen, aber ehrlich gesagt, die echte ungarische Gulaschsuppe fehlt mir oft.
Als Zusammenfassung der bisherigen Monate könnte ich sagen, dass mir der Aufenthalt hier viel Spaß macht und dass ich von dem Unterricht an der Uni und von der Präzisität der Deutschen fasziniert bin, nicht zu sprechen von den wunderschönen Kirchen und von der Ruhe der Stadt. Ich verbringe noch einen Monat hier und hoffe, dass ich noch weiter meine Sprachkenntnisse und Aussprache verbessern und neue interkulturelle Erfahrungen machen kann.
Andrea Taczman