von Krisztina Pásztor
Böjte Csaba, der Begründer der Mission für die Unterstützung von Waisenkindern in Siebenbürgen, wurde 1960 in Kolozsvár geboren. Sein Vater wurde während des Ceauescu-Regimes wegen eines seiner Gedichte eingesperrt und starb nach seiner Freilassung an den Folgen der Folter. Der Tod des Vaters bedeutete für den Jungen einen großen Bruch in seinem Leben, aber dadurch fand er auch seinen eigenen Beruf. Er erkannte nämlich, dass für Bosheit, Ignoranz, Übeltaten oder Greuel Rache keine Lösung bedeutet, da das Dunkel nicht geschlagen, geschnitten oder gebrochen werden kann. Allein das Licht kann die Dunkelheit vertreiben. Deshalb beschloss er mit 22 Jahren, dem Franziskaner Orden beizutreten. 1992 war für ihn ein Wendepunkt. Er öffnete das Schloß eines schon seit Jahrzehnten leer stehenden Franziskaner Klosters, um den in seine Obhut genommenen Kindern Obdach zu geben. Die rumänische Regierung war dagegen und forderte ihn mehrmals zum Verlassen des Gebäudes auf. Aber mit Heldenmut antwortete er: die Polizisten selbst sollen die Kinder auf die Straße werfen – was nie verwirklicht wurde. Seither wächst schon die zweite Generation bei ihm auf. Er gründete die Stiftung Heiliger Franziskus von Deva, um die in Rumänien unter unmenschlichen Umständen lebenden, oft am Rand des Hungertods stehenden Kinder zu retten.
Dank der aufopfernden Arbeit von Csaba Böjte und seinen Mitarbeitern haben bis heute schon mehr als 2100 Kinder in seinen Heimen in Déva, Szászváros, Kolozsvár, Szováta, Petrozsény, Nagyszalonta, Torockó, Gyulafehérvár usw. ein sicheres Zuhause gefunden. Sie sichern Zweierlei für die Kinder. Wenn die Eltern krank oder aus irgendeinem Grund nicht imstande sind, sich mit dem Kind zu beschäftigen, können die Kinder im Hort den Nachmittag verbringen. Die Erzieher helfen nicht nur beim Lernen, sondern spielen mit ihnen, kochen oder machen mit ihnen zusammen Gartenarbeit. Sie können aber auch in den Waisernhäusern wohnen, wenn es keinen mehr gibt, zu dem sie nach Hause gehen können. Viele treffen dort das erste Mal auf fließendes Wasser, einen Kamm, ein warmes Bett, eine Schule, ein gutes Wort oder Gott. Seine Schulen bedeuten auch einen Hoffnungsstern für das Ungarntum in der rumänischen Umgebung. Die Kinder, die sich in einer fast oder ganz aussichtslosen Situation befinden, bekommen eine Chance für ein Leben, es wird für sie möglich, einen Beruf zu lernen, das Abitur abzulegen oder sogar an einer Universität weiterzulernen. Aber was auf mich den tiefsten Eindruck ausübte, ist seine Beziehung zu den Kindern und seine Haltung ihnen gegenüber.
Er nähert sich ihnen mit Respekt, Vertrauen und Hoffnung. Er glaubt daran, dass sie fähig sind, aufzustehen und sich zu entfalten und damit gibt er ihnen auch Kraft, das zu verwirklichen, sowie sich nicht von der Vergangenheit bestimmen zu lassen. Er erzählte zum Beispiel über einen Jungen, mit dem die Lehrerin nicht zurecht kam. Es sorgte ständig für Unruhe in der Mathe-Stunde, und die Lehrerin stellte Böjte vor die Entscheidung, dass entweder der “Störenfried” oder sie gehen würde. Bruder Csaba ging mit ihm spazieren und begann sich mit ihm zu unterhalten. Es stellte sich heraus, dass es einen Hund in der Nachbarschaft gab, der immer die Hühner der Familie des Kindes raubte. Der Vater wurde dem überdrüssig und schnitt mit einer Axt das Bein des Hundes ab. Daraufhin ging der Nachbar hinüber und tötete den Vater. Die Mutter bekam einen Nervenzusammenbruch und die Kinder kamen zur Großmutter. In der Schule blieben sie immer weiter zurück. Deswegen sitzt er in der Stunde, versteht kein Wort von Mathematik, sehnt sich aber danach, akzeptiert, geschätzt und geliebt zu werden. Und deshalb beginnt er Lärm zu machen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, damit man ihn wahrnimmt, sich mit ihm beschäftigt und sich um ihn kümmert. Nach der Auffassung von Csaba Böjte sind nicht die Fehler an der Oberfläche wichtig, sondern die in den Kindern verborgenen Wunder.
Alle Kinder sind nämlich Geschenke Gottes und in jedes Kind legte er etwas Wertvolles, wofür wir verantwortlich sind und was wir entfalten sollen.
Csaba Böjte ist ein Licht für die jenigen, die dunkle Zeiten erleben und er ermuntert mit seinem Leben auch uns dazu, mit den in uns steckenden Schätzen unseren Mitmenschen zu dienen.