von Viktória Blahó
„Buen Camino!”, „Buen Camino!”, „Buen Camino!” – rufen alle Pilger. Ein Satz, den man schon auf den ersten Kilometern lernt. Ein Satz, der den Erschöpften, Verzweifelten ermutigt und aufheitert. Ein Satz, der noch eine letzte Kraft geben kann. Ein Satz, der einen den ganzen Weg begleitet, bedeutet so viel wie: „Einen guten Weg!”.
Das ist was allen Pilgern gemeinsam ist und was alle verbindet: den Weg zu gehen!
Der Jakobsweg heißt auf Spanisch Camino de Santiago oder einfach El Camino. Er ist der Pilgerweg zum Grab des Apostels Jakobus in der Kathedrale von Santiago de Compostela in Spanien.
Wann man vom Jakobsweg spricht, meint man meist den Camino Francés, den Französischen Weg, der 800 km lang durch Spanien führt. Ausgehend von Saint Jean Pied de Port folgt er den Spuren der hochmittelalterlichen Hauptverkehrstraße Nordspaniens und leitet zum Jacobusgrab nach Santiago de Compostela. Der Pilgerweg berührt die Königsstädte Pamplona, Estella, Burgos und León und hat eine über 1200 Jahre alte Tradition.
Die Jakobuspilger finden den Weg nicht nur durch die gelben Pfeile, sondern durch die Kirchen, Klöster, Steinkreuze, Kapellen, Pilgerherbergen, Pilgerhospitale und Brücken, die einmal für die Pilger gebaut wurden. Dieser Weg führt durch unterschiedliche Landschaften. Er zieht über Berge, über Hochebenen, durch Täler, Becken, Tiefländer, an Küsten entlang. Es geht durch einsame Landschaften und durch Städte. Staub, Asphalt, Matsch, Sand, Schotter und Kies. Bezaubernde, verlassene Landschaften und unendliche Strecken so weit das Auge reicht. Es geht über Feldwege über Asphaltstraßen, schmale Pfade und Steige.
Alle Routen am Jakobsweg sind markiert und mit der gelben Jakobsmuschel auf blauem Grund beschildert. Auf diesen Wegweisern ist auch der gelbe Pfeil zu sehen. Er ist einer der gepflegtesten Fernwanderwege Europas.
Pilgerherbergen, albergues und Unterkünfte findet man genügend am Wegesrand. Einige werden von Jakobsbruderschaften betrieben, andere von Gemeinden, von der Kirche und von ehemaligen Pilgern.
Das ist der Weg, der einigen ruft, bezaubert und nicht mehr loslässt.
Alle haben ihre Geschichte...
Es gibt Pilger die gläubig sind oder auf dem Weg nach etwas Spritiuellem sind. Einige suchen Trost, Ruhe, Herausforderung oder möchten einfach aus dem Alltag flüchten. Es sind allerlei Leute aus allerlei Gründen mit einem gemeinsamen Zweck: den Weg zu gehen!