Germanistik japanischer Art

Im neuen Semester starten wir wieder unsere Reise rund um die Welt! Diesmal verlassen wir Europa und fliegen nach Osten, in die Hauptstadt von Japan. Dort besuchen wir die Sophia Universität (auf Japanisch: Joochi Daigaku) in Tokyo.

Wie weit dieses Land von uns entfernt liegt, so viele Unterschiede gibt es zwischen den zwei Universitäten und dem Aufbau des Germanistikstudiums. An dieser Universität studieren insgesamt 10,558 Studenten, davon absolvieren mehr als 500 Studenten ein Germanistikstudium (523 Studenten). Selbst diese Zahlen scheinen uns riesengroß zu sein, wenn wir daran denken, dass wir alle, die in Piliscsaba Germanistik studieren, einander kennen.

Die Japaner haben sich vor dem Bologna-System bewahrt: Studenten studieren nur drei Jahre an der Uni, danach müssen sie schon eine Arbeitsstelle suchen. Aber was noch viel überraschender ist, Japaner beginnen erst an der Universität Deutsch zu lernen. In den ersten beiden Jahren müssen sie sich ganz intensiv mit der deutschen Sprache beschäftigen – sie haben Fächer wie Grammatik, Konversation – um dann im dritten Studienjahr Germanistik studieren zu können. Dann stehen die Studenten vor einer Wahl: Sie können sich entweder für Literatur oder für Linguistik spezialisieren. Obwohl man in Japan keine Möglichkeit hat, vor der Universität Deutsch zu lernen, werden jene, die sich für Germanistik interessieren von der Uni im höchsten Grade im Studium unterstützt: Studenten können in einer neunstöckigen Bibliothek recherchieren und sich in den Germanistikwissenschaften vertiefen sowie von vielen deutschsprachigen Dozenten Vorlesungen besuchen. Außerdem können sie sich ebenso um Stipendien für ein Auslandssemester bewerben (die Uni hat zwölf deutsche Partneruniversitäten) und viele nutzen auch diese großartige Möglichkeit.

Zwischen dem ungarischen und japanischen Lehramtstudium gibt es auch erhebliche Unterschiede: Bereits am Anfang des Studiums muss man sich entscheiden, ob man das Lehramtstudium absolvieren möchte oder nicht. Während dieses Programms nehmen die Studenten an Extra-Vorlesungen im Bereich der Pädagogik teil und sie müssen auch ein kurzes Praktikum in einer Schule machen. Was sich als relativ schwierig erweist, da japanische Schüler in den Schulen kein Deutsch, sondern nur Englisch lernen, dementsprechend müssen die Stunden auf Englisch gehalten werden.

Nicht zuletzt soll noch erwähnt werden, dass japanische Studenten auf einer Skala von A bis F bewertet werden, wobei A das beste und F das schlechteste Ergebnis bezeichnet.

Nach einem kurzen Überblick über das Germanistikstudium in Japan kehren wir nach Piliscsaba zurück. Wer noch mehr über die Uni in Tokyo lesen möchte, findet ausreichende Informationen auf der folgenden Webseite:

http://www.sophia.ac.jp/eng/e_top

Andrea Taczman