von Borbála Kárpáti
Der Maibaum ist heutzutage nicht überall bekannt, aber in einigen Regionen besitzt er eine große Tradition. Alle kennen ihn – aber was mit dem aufgestellten Maibaum passiert, wissen wenige.
Der Maibaum, das Symbol der Wiedergeburt der Natur, ist überall in Europa bekannt. Seine Tradition ist seit dem 15. Jahrhundert belegt, aber es handelt sich hierbei sicher um einen viel älteren Brauch. Im Christentum gilt, dass der Maibaum ein Gedenken an die Apostel Philipp und Jakob ist, die Martyrien erlitten.
Der Maibaum besteht aus einem hohen Baumstamm, von dem die Zweige abgeschnitten wurden. Die Burschen fällten im Wald in der Nacht die Bäume, und bei Tagesanbruch stellten sie sie vor den Häusern der geliebten Mädchen auf. Natürlich war alles geheim. Die Maibäume wurden oftmals mit bunten Bändern, Blumen, einer Flasche Wein oder mit bemalten Eiern dekoriert.
Aber was passiert mit den aufgestellten Maibäumen? Darüber findet man nicht so viele Quellen. Der Maibaum steht bis Pfingsten im Garten, und dann gibt es Vergnügungen mit Tanz und Spielen, bevor die Burschen ihn abbauen.
Die Jungen versuchen auf den Baum zu klettern, um den Wein oder die Süßigkeiten erreichen können. Die Menschen tanzen um den Baum im Kreis, und dann wachen die jungen Gäste bis zum Morgen beim Haus.
Der Brauch des Maibaums ist leider in den Großstädten heutzutage nicht so bekannt, und es gibt immer weniger Jungen, die ihrer Geliebten einen Maibaum aufstellen. Aber dieser Brauch ist eine der schönsten Bräuche.